Humboldt-Universität zu Berlin

Dr. Klaus-Dieter Hentschel berichtet zu den Kompostextrakt-Versuchen:

1. Feldversuche Kartoffeln

Im Rahmen eines Fruchtfolgeversuches wurde eine zweimalige Extrakt-Behandlung als Spritzapplikation eingegliedert. Die Versuchsfläche umfasst ca. 50 m² je Variante bei einfacher Wiederholung.

Beobachtung zum Wachstumsverlauf:

  • Zunächst keine Unterschiede zur unbehandelten Kontrolle, nach etwa 2 Wochen jedoch deutlich bessere Ausfärbung des Laubes gegenüber der nicht behandelten Parzelle. Dieser Unterschied blieb auch nach der zweiten Applikation erhalten.
  • Die zeitweilige Trockenheit zeigte bei den behandelten Pflanzen weniger Welke- und Vergilbungssymptome, was mit einer besseren Stressbewältigung zu erklären ist, als Ergebnis einer besseren Konditionierung.
  • Ertragserhebung: Der durchschnittliche Ertrag der Parzellen ohne Extrakt-Spritzung entsprach der Höhe des Fruchtfolgeversuches, auch in der erwarteten Höhe in einer praxisüblichen Rotation. Der ermittelte Ertrag der 2 x mit dem Extrakt-behandelten Parzelle lag unerwartet höher. Auf dem typischen brandenburgischen anlehmigen Sandstandort betrug der Unterschied immerhin 45 % mehr.

In Ertragszahlen:
Unbehandelt = 630 kg / Parzelle
2 x Extrakt-behandelt = 915 kg/ Parzelle

2. Freilandversuch Tomaten

Erkennbar während der Versuchsdauer waren keine signifikanten Ertragsunterschiede. Auffällig jedoch war eine um 8 bis 10 Tage frühere Erntereife der behandelten Reihen.

Die Extrakt-behandelten Reihen blieben länger vital und zeigten weniger Infektionsstellen auf den Blättern durch einen Alternaria-Pilz.

Eine Auswertung hinsichtlich der Braunfäuleerkrankung konnte wegen der fehlenden natürlichen Infektion in diesem Jahr nicht erfolgen.
Die endgültige und ausführliche Auswertung steht noch aus.

3. Freilandversuch Buschbohnen

Bisherige Daten vom Auflauf und vom Jugendwachstum zeigen deutliche Vorteile für die Extraktbehandlung. Der Auflauf erfolgte gleichmäßiger und die Pflanzen der Extrakt-Parzelle hatten das Stadium 4-Laubblätter wesentlich früher erreicht als die Kontrollparzelle.

Dies führte natürlich auch zu einem früheren Blühbeginn. Auch hier steht die endgültige und ausführliche Auswertung noch aus.

PS: Es stehen darüber hinaus noch Ergebnisse aus von Vorversuchen mit Crysanthemen- Stecklingen und von Extrakt-Behandlungen in Versuchen mit Sanddorn.

Berlin, 14. Dezember 2003

HU – Berlin, FLG
Dr. Klaus-Dieter Hentschel

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar