Düngemittel

Allgemeine Information und Einordnung von solufit

Definition von Dünger

Dünger oder Düngemittel ist ein Sammelbegriff für Stoffe und Stoffgemische, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau dazu dienen, das Nährstoffangebot für Kulturpflanzen zu ergänzen oder zu erhöhen. Die von den Pflanzen benötigten Grundnährstoffe und Spurennährstoffe stehen oftmals nicht in der optimalen Form und Menge im Boden bereit; durch gezielte Gaben von Düngemitteln können dann besseres Wachstum und höhere Erträge erzielt werden.

Geschichte von Dünger

Seit über 5.000 Jahren werden landwirtschaftlich genutzte Felder zur Steigerung der Ernte mit tierischen und menschlichen Fäkalien bestreut. Die Ägypter entdeckten bereits vor 3.000 Jahren den Kompost als Dünger. Im 19. Jahrhundert begann man auch Asche, kohlensauren Kalk und Mergel als Düngemittel zu verwenden.

Mitte des 19. Jahrhunderts wies der Chemiker Justus von Liebig die wachstumsfördernde Wirkung von Stickstoff, Phosphaten und Kalium nach. Stickstoff erhielt man in Form von Nitraten zunächst vor allem durch den Einsatz von Guano. Guano bildet sich aus den Exkrementen von Seevögeln. Da die Guanovorräte jedoch zum Einen begrenzt sind und andererseits größtenteils aus Südamerika eingeführt werden müssen, suchte man nach einer Methode, Nitrate synthetisch zu erzeugen.

Anfang des letzten Jahrhunderts entwickelte der Chemiker Fritz Haber die katalytische Ammoniak-Synthese. Carl Bosch erfand dann ein Verfahren, das die massenhafte Herstellung von Ammoniak ermöglichte. Dieses sogenannte Haber-Bosch-Verfahren bildete die Grundlagen der heutigen Produktion von synthetischem Stickstoff-Dünger, dem sogenannten „Kunstdünger“.

Klassifizierung von Dünger

Düngemittel werden danach unterschieden, in welcher Form die Nährstoffe gebunden sind. Es wird unterschieden in

  • Organische Dünger
  • Organo-mineralische Dünger
  • Mineralische oder anorganische Dünger

Organische Düngemittel sind vor allem Mist, Gülle, Gründüngung, Mulch und Kompost. Diese werden auch als biologische Dünger bezeichnet, da sie einen biologischen Ursprung haben und nicht mit chemischen Verfahren erzeugt oder synthetisch hergestellt werden.

Der Begriff Kunstdünger bezeichnet allgemein Dünger, die synthetisch hergestellt werden. Der Begriff wird oft – nicht ganz zutreffend – synonym für mineralische Dünger verwendet. Dieser Sprachgebrauch ist wohl darauf zurückzuführen, dass mineralische Dünger in der Regel durch chemische Prozesse bzw. synthetisch gewonnen werden.

Im anorganischen Dünger oder Mineraldünger liegen die düngenden Elemente meist in Form von Salzen vor. Die Herkunft mineralischer Dünger ist in letzter Konsequenz fast immer in der Gewinnung von Mineralien im Bergbau zu sehen. Meist ist dem Einsatz eine mehr oder minder intensive chemische Veränderung vorgelagert. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts kamen immer wirksamere und gezielter einsetzbare chemische Düngemittel auf den Markt. Mineraldünger haben einen großen Produktivitätsfortschritt in der Landwirtschaft ermöglicht und werden heute sehr häufig eingesetzt.

Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts geriet der synthetische Dünger jedoch zunehmend in die Kritik, da die übermäßige Verwendung von Kunstdüngern für verschiedene ökologische Schäden wie die Ermüdung des Bodens, Sauerstoffmangel und Fischsterben verantwortlich gemacht wurde.

Problematisch sind die synthetischen Düngemittel auch in Anbetracht des enormen Energieaufwandes bei der Herstellung. Mineralische Phosphatdüngung führt zudem zu einer Anreicherung des toxischen und radioaktiven Metalls Uran im Boden und damit in der Nahrungskette, da Phosphat und Uran über das Mineral Apatit chemisch eng aneinander gebunden sind. Zudem kommt es zu einer Anreicherung des ebenfalls giftigen Metalls Cadmium, das über die Pflanzen in die menschliche Nahrungskette gelangt.

Ist solufit ein Dünger?

Aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen ist solufit in verschiedenen Ländern unterschiedlich klassifiziert; zum Teil als Dünger, zum Teil als Pflanzenhilfsmittel oder Bodenhilfsstoff. Unabhängig von der Klassifizierung hat der „flüssige Kompost“ auf jeden Fall eine wachstumsfördernde Wirkung. Diese Wirkung wird bei solufit allerdings nicht durch die Nährstoffe erzielt, da Nährstoffe nur in geringem Maße vorhanden sind. Die wachstumsfördernde Wirkung ergibt sich durch die Mikroorganismen. Die Mikroorganismen im flüssigen Kompost schließen die im Boden vorhandenen, organisch gebundenen Nährstoffe auf, machen sie damit pflanzenverfügbar und verbessern so die Ernährungslage der Pflanzen. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn die Zufuhr von Nährstoffen hauptsächlich durch das Ausbringen von organischem Dünger erfolgt, wie das um Beispiel im biologischen Anbau der Fall ist.

Um mehr über die positiven Wirkungen von solufit auf die Gesundheit und die Widerstandskraft der behandelten Pflanzen im Rahmen einer vorbeugenden Behandlung von boden- und blattbürtigen Krankheiten zu erfahren, lesen Sie hier.

Rechtliche Regelung von Düngemitteln

Die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Anwendung von Dünger oder Düngemitteln ist in Deutschland durch das Düngegesetz, die Düngemittelverordnung und die Düngeverordnung geregelt. Hinsichtlich der Zulassung von Düngemitteln gibt es zwar Bemühungen für eine europäische Vereinheitlichung durch entsprechende Richtlinien. Die länderspezifische Umsetzung bzw. Ausgestaltung dieser Richtlinien können jedoch in der Praxis zu unterschiedlichen Klassifizierungen und Zulassungsverfahren führen.